DEPOMM-Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement

Berlin, Rostock und Potsdam: Schlüsselkompetenzen für die Mobilitätswende in Kommunen

Die Zukunft der Mobilität wird in den Kommunen entschieden. Doch wie gelingt es, die Mobilitätangebote so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen aller Bürgerinnen und Bürger gerecht wird? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Lehrgangs für Kommunales Mobilitätsmanagement (KMM) der Deutschen Plattform für Mobilitätsmanagement (DEPOMM) e.V. Das Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen war bei dem erstmals durchgeführten Lehrgang mit Susanne Fischell vertreten. Sie brachte Vertretende aus den Kommunen Friedrichsdorf und Bad Nauheim mit.

Mobilitätsmanagement als strategischer Baustein

In drei intensiven Blöcken, in drei verschiedenen Städten und jeweils über drei Tage hinweg, verankerten die insgesamt 15 Teilnehmenden aus der kommunalen Verwaltung sowie Vertretende aus Kompetenzstellen nicht nur die Grundlagen des kommunalen Mobilitätsmanagements. Besonders wichtig war die Erkenntnis, dass das KMM kein isoliertes Aufgabenfeld ist, sondern strategisch in viele Bereiche der kommunalen Verwaltung integriert werden muss und darüber hinausgedacht werden sollte. Hierfür ist gute Kommunikation wichtig, denn nur so kann ein wertvoller Beitrag für die Mobilität aller Menschen geleistet werden.

Theorie und Praxis für ein erfolgreiches Mobilitätsmanagement

Im Fokus standen theoretische und praxisorientierte Instrumente, die für den Alltag der Teilnehmenden aufbereitet wurden. Verschiedene Expertinnen und Experten teilten ihr Wissen über Kommunikation, Zusammenarbeit sowie Partizipation mit politischen Entscheidungstragenden, Bürgerinnen und Bürgern sowie innerhalb der Verwaltung. Es wurden unter anderem praktische Beispiele aus den Bereichen Parkraummanagement, Mobilitätsstationen sowie Seniorenmobilität vorgestellt. Auch das schulische und betriebliche Mobilitätsmanagement kamen nicht zu kurz. Ein breites Portfolio aus dem Mobilitätsmanagement gab einen Überblick über die Themen und brachte Werkzeuge für die tägliche Arbeit mit. Genau das, was Verwaltungsmitarbeitende benötigen. Um außerdem zu sehen, ob sich die Arbeit lohnt, wurde auch auf die relevanten Punkte Monitoring und Evaluation eingegangen.

Ein kollegialer Austausch auf Augenhöhe

Während des Lehrgangs wurde der kollegiale Austausch großgeschrieben. Neben der Theorie wurde auch die Praxis betrachtet. In Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf schauten sich die Teilnehmenden, die von den Bürgerinnen und Bürgern gern angenommenen Fahrradgaragen im Quartier an. In Rostock wurde im historischen Umfeld des Rathauses ein umfangreicher Fußverkehrscheck mit Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator sowie verschiedenen Mitteln zur Simulation von Sehbeeinträchtigungen und einem Tiefsehrohr durchgeführt, das die Sicht auf die Umgebung in der Höhe von Kinderaugen darstellt. In Potsdam wurde neben dem Schloss Sanssouci auch die Dortustraße in Augenschein genommen, in der aktuell ein Projekt zur Reduzierung der Parkflächen durchgeführt wird. Ziel ist die Neugestaltung der Räume, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Fazit: KMM als Treiber für nachhaltige und gerechte Mobilität

Der Lehrgang zeigt, dass Kommunales Mobilitätsmanagement kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist, besonders in Zeiten des demografischen Wandels, wachsender Mobilitätsbedürfnisse und sozialer Teilhabe. Es verbindet Verkehrs- und teilweise auch Stadtplanung mit sozialer Gerechtigkeit und bietet damit einen ganzheitlichen Ansatz für eine hohe Aufenthaltsqualität vor Ort. Die größte Bereicherung war der Praxisbezug: Nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern vor allem die gemeinsame Entwicklung konkreter Umsetzungsstrategien für die eigenen Herausforderungen. Die Motivation für die wichtigen Aufgaben wurde durch den Lehrgang bereichert und verstärkt.

Impressionen

© Susanne Fischell

Teilnehmende in Potsdam stehend vor dem Potsdam-Schriftzug.